Kultur 2009


Lieder, die einen Platz in der Seele finden
Standing Ovations bei Konzert der Chöre „Rückenwind“ und „Jesaja“


Über siebzig Mitwirkende auf der Bühne machten das glanzvolle Benefizkonzert zu einem unvergesslichen Erlebnis für die Besucher.

Mallersdorf-Pfaffenberg. (aha) Überwältigenden Besuch zu verzeichnen hatte am Sonntagnachmittag das gemeinsame Konzert der Chöre „Rückenwind“ und „Jesaja“ in der Paul-Josef-Nardini-Halle des Klosters Mallersdorf. Über zwei Stunden lang begeisterten die Sängerinnen und Sänger, unterstützt von einer Instrumentalgruppe, die vielen hundert Besucher. Der junge Arzt Dr. Stephan Bauer informierte während des Konzerts über das Hilfsprojekt der „Nardini-Sisters“ im südafrikanischen Nkandla. Der Erlös des Benefizkonzertes unter dem Motto „Hilfe macht Mut – Lieder für Afrika wird dieser Einrichtung zugute kommen.

Trotz zahlreicher nachträglich aufgestellter Sitzgelegenheiten konnte ein Teil der Konzertbesucher nur auf Stehplätzen das Konzert der beiden Chöre verfolgen. Die beiden Chorleiterinnen Bettina Winderl und Ingrid Grasmüller begrüßten neben den vielen Zuhörern besonders die Ehrengäste Generaloberin Sr. Hiltrud Baumer, Generalvikarin Sr. Jakobe Schmid, Superior Dr. Wilhelm Gegenfurtner, Sr. Romana Zistler von der Klosterrealschule sowie Bezirkstagspräsident Manfred Hölzlein. Ingrid Grasmüller gab danach einen kurzen Steckbrief des Chores „Jesaja“ aus Schierling. Diese vor fünf Jahren gegründete und zurzeit 18 Sängerinnen umfassende Musikgruppe gestaltet Hochzeiten, Jugendgottesdienste, Erstkommunion- und Firmungsfeiern sowie Taufen.

Der Chor „Rückenwind“ habe sich, wie seine Leiterin Bettina Winderl erläuterte, nach dem Weltjugendtag in Köln erstmals im Januar 2006 mit etwa zwanzig Leuten zu Proben in einem Privathaus zusammengefunden. Mittlerweile bestehe er aus insgesamt fast fünfzig weiblichen und männlichen Mitgliedern im Alter von 16 bis knapp 60 Jahren aus fünf verschiedenen Landkreisen. Die Proben fänden aus Platzgründen daher nun in der Klosterrealschule statt. Bei dreizehn Jugendgottesdiensten in den letzten drei Jahren sei die Gruppe bisher zu hören gewesen. Einige Chormitglieder wirkten auch bei „Jesaja“ mit. Daher habe sich spontan die Idee ergeben, dieses Benefizkonzert für das Afrikaprojekt der Mallersdorfer in Nkandla Schwestern gemeinsam zu gestalten. Vor allem durch den jungen Arzt Dr. Stephan Bauer, einem Mitglied des Chores, bestünden intensive Kontakte zu dieser Einrichtung in Südafrika.

Die große Paul-Josef-Nardini-Halle konnte kaum die zahlreichen Konzertbesucher fassen.

Das Motto „Hilfe macht Mut – Lieder für Afrika“ war schon bei Beginn des Konzertes zu verspüren. Schwungvoll und mitreißend gestaltete sich der Auftritt der zwei Chöre auf der geräumigen Bühne, an deren Rückwand über der Flagge Südafrikas in leuchtend orangefarbenen Buchstaben „Lieder für Afrika“ zu lesen war. „Brich auf, bewege dich, denn nur ein erster Schritt verändert dich!“, hieß es im Lied zum Auftakt des Konzertes, das in die drei großen Abschnitte „Hoffung – Angst – Mut“ gegliedert war und bei dem sich die beiden Chöre abwechselten oder auch gemeinsam zu hören waren. Und dieser Aufforderung, sich zu engagieren und mitzumachen, wurde in den anspruchsvollen Texten der Lieder, die dank sehr deutlicher Aussprache und von einfühlsam ausgesteuerter Tontechnik unterstützt bestens zu verstehen waren, immer wieder deutlich. Von der Instrumentalgruppe und am E-Piano begleitet, erhielten die Lieder wenn nötig eine beeindruckende Fülle oder auch zarte Transparenz.

Es war sehr beeindruckend, wie sicher und ohne Theatralik die beiden Chorleiterinnen, zeitweise in ihrer Aufgabe unterstützt von Schwester Luisa, die Solisten, Singgruppen oder jeweils den gesamten Chor führten und teilweise zusätzlich instrumental begleiteten. Erleichtert wurde dies durch die deutlich sichtbare Aufmerksamkeit und Konzertration, mit der die Sängerinnen, Sänger und Instrumentalisten sich einbrachten und auf Hilfestellungen durch die jeweilige Chorleiterin aufmerksam reagierten. So konnte vor allem das in der Eingeborenensprache gesungene „Siyahamba“ (Wir gehen im Licht Gottes) zu einem der besonderen musikalischen Glanzpunkte des Konzertes werden, bei dem man sich in die Mitte einer südafrikanischen Christengemeinde versetzt fühlen durfte, so voller Begeisterung, musikalischer Energie, Glaubens- und Lebensfreude, aber auch großer Innigkeit wurde es vorgetragen. Ein Lied, das einen Platz im Herzen fand! Kein Wunder, dass der Funke der Begeisterung auf das Publikum übersprang. Neben den Chorliedern erklangen aber auch Musikstücke, zum Beispiel für Querflöte und Klavier oder für Gitarren, bei denen die Instrumentalisten ihr beeindruckendes Können beweisen konnten und die einen feinen Kontrast zu den Liedbeiträgen darstellten.

In zwei Konzertunterbrechungen stellte Dr. Stephan Bauer die Situation der Menschen in der Umgebung der Missionsstation der Mallersdorfer Schwestern in Südafrika, veranschaulicht durch viele Fotos, dar. Neben der allgegenwärtigen Armut, bedingt durch enorm hohe Arbeitslosigkeit und immer wieder verstärkt durch Naturkatastrophen oder Unglücksfälle, ist vor allem die Immunschwächekrankheit HIV ein gewaltiges Problem. Die seit 1955 dort tätigen „Nardini-Sisters“, mittlerweile auch von einheimischen Mitschwestern unterstützt, stehen dabei vor einer ganz schwierigen Aufgabe. Der Erlös aus dem Benefizkonzert, so Dr. Bauer, solle dabei eine Hilfe sein und weiterhin Mut machen. Am Schluss des grandiosen Konzertes, das erst nach mehreren Zugaben durch die Chöre beendet werden konnte, hatten die Besucher die Gelegenheit, durch eine großzügige Spende das Konzertmotto „Hilfe macht Mut“ in die Tat umzusetzen. Unter www.hilfe-macht-mut.de gibt es weitere Informationen.

Dr. Stephan Bauer informierte über die Arbeit der Mallersdorfer Schwestern im südafrikanischen Nkandla.

01.04.2009

Alois Hauner