Öko-Gespräch in Vimperk/Winterberg 2001

Nitzau

Der kleine Ort Nitzau/Nicov liegt einige (8) km vor Bergreichenstein/Kasperske hory, von Winterberg kommend nordwestlich im mittleren Böhmerwald. Hier konnte für die Exkursionsteilnehmer eine Kirchenbesichtigung organisiert werden.

Die doch recht unscheinbare Kirche „mit ihrem viel zu kurzen Turm“ eröffnete den Besuchern jedoch einen Kunstgenuss besonderer Art:

Pfarrkirche St. Martin zu Nitzau/Nicov

Das Dorf Nitzau erscheint zum ersten Mal urkundlich im Jahre 1223, wo es im Besitz des Benediktinerklosters zu Ostrow war.

Zur gleichen Zeit wurde die Kirche erbaut – ursprünglich in romanischen Stil.

Als Pfarrei wurde Nitzau im Jahre 1365 zum ersten Mal erwähnt. In der Zeit der Religions-wirren ist die Pfarrei untergegangen, die Kirche wurde dann von Bergreichenstein aus verwaltet.

Bemerkenswert sind die schmiedeeisernen Grabkreuze die man auf vielen alten Friedhöfen in Böhmen findet.

Ein großer Teil davon trägt deutsche Namen, die uns in unserer niederbay. Heimat recht geläufig sind:

Weber, Jungwirth, Woldrich...

Seitenaltar und Kanzel in der Kirche in Nitzau

 

Der Hauptaltar in Nitzau ist dem Hl. Martin gewidmet, der auch als Holzplastik das zentrale Motiv des Altares ist.

Eingesäumt wird er durch die Plastiken zweier einfachen Bauern, was doch ein recht ungewöhnlicher Aspekt für eine barocke Kirche ist.

 

Im 17, Jhd. wurde die Kirche barockisiert, im 19 Jhd. renoviert und verlängert und der Turm um ein Stockwerk abgetragen.

Im Jahre 1787 wurde hier wieder eine Pfarreivertretung mit Matrikenführung und  1857 erneut eine Pfarrei etabliert.

In den Jahren 1982-83 wurde die Kirche u. der Turm mit einem Aufwand von 450000 Kronen mit Kupfermaterial eingedeckt

Fotos: Bantner